Das brasilianische Image im Tourismus ist seit Jahrzehnten durch den Karneval, Rio de Janeiros Strände und die lebensfrohe Kultur der Einheimischen geprägt. „The Girl from Ipanema“ spielt hier genau so eine wichtige Rolle wie das Bestreben der zuständigen Behörden, das erwähnte Bild im Kopf internationaler Touristen zu halten. Allerdings haben Naturreisen in Brasilien sowohl Tradition als auch Potential. Zu Zeiten, in denen nachhaltige Entwicklung in Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft eine immer größer werdende Rolle spielt, drängen Naturschützer und Tourismusexperten auf eine entsprechende Vermarktung des Ökotourismus in Brasilien. Als größtes Land Südamerikas verfügt Brasilien über eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und eine gut ausgebaute Infrastruktur ermöglicht sogar das Erreichen abgelegener Dörfer in Regionen wie Amazonien oder dem Pantanal. Selbst in Großstädten wie Rio de Janeiro oder Salvador de Bahia gibt es unzählige Schnittstellen zwischen Tourismus und bemerkenswerter Natur, so dass der Reisende das Prinzip „sanfter Tourismus“ unmittelbar nach der Ankunft am jeweiligen Flughafen ausüben kann.

Öko Urlaub in Minas Gerais

Eines von sehr vielen Beispielen für Regionen, in denen nachhaltiger Tourismus auf dem Vormarsch ist, ist die Region Minas Gerais. Einst wurde die Region durch Gold- und Diamantenvorkommen zu einem Eldorado für Kolonialisten und Einheimische, die auf den schnellen Erfolg hofften. Verkehrswege zur Küste wurden entsprechend ausgebaut und Städte wie Ouro Preto und Diamantina entwickelten sich zu wirtschaftlichen Zentren der Region. Mit steigendem Wohlstand erhöhte sich auch das Bedürfnis nach ansprechenden Wohnverhältnissen, so dass sich in dieser Zeit der Baustil des Kolonialbarock entwickeln und verbreiten konnte. Heutzutage, gut 300 Jahre nach den ersten Goldfunden, profitiert die Region weiterhin von Schätzen ihrer Geschichte. Die Städte Ouro Preto und Diamantina wurden auf Grund ihrer historischen Bausubstanz als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet, was zeigt, dass es bei Kulturreisen in Brasilien ebenfalls viele interessante Orte und Denkmäler zu entdecken gibt. Entlang der Estrada Real kann man einen spannenden Abenteuerurlaub verbringen und vielerorts an Abenteuertouren wie Canyoning, Trekkingausflüge oder Goldschürfen teilnehmen. Von den Einwohnern betriebene Pousadas beherbergen die Reisenden und bieten mit charmanten Übernachtungsmöglichkeiten, die zum Teil als Schlafmöglichkeit Hängematten anbieten, eine Alternative zu luxuriösen Eco Resorts.

Nachhaltiger Urlaub in der Regenwaldregion Brasiliens

Eine weitere Möglichkeit, die dazu beiträgt, dass der Urlaub für den Reisenden auch ein nachhaltiger Urlaub in Brasilien ist, bietet die Regenwaldregion rund um den Amazonas und den Orinoco. Meist von Manaus aus können Reisende auf dem Wasserweg in den größten zusammenhängenden Regenwald der Welt vorstoßen und dabei eine hohe biologische und kulturelle Diversität erleben. Die Tourismusbehörden und Veranstalter kämpfen hier sowohl um steigende Besucherzahlen als auch gegen das Image, rücksichtslos Rodungen vorzunehmen. Trotz einer extensiven landwirtschaftlichen Nutzung in einigen Regionen hat der Naturschutz mindestens ebenso rasante Fortschritte gemacht. Viele landestypische Unterkünfte stehen den Reisenden neben den üblichen ökologischen Unterkunftsarten wie Eco Resorts oder Öko Hotels zur Verfügung. Die landestypischen Unterkünfte unterstützen darüber hinaus die einheimische Bevölkerung und sind obendrein für den Reisenden: man schläft in Hängematten, auf Hausbooten oder in klassischen Lehmhäusern und genießt die landwirtschaftlichen Produkte der Region. Angelausflüge, Wandertouren und Tierbesichtigungen sind nur einige von unzähligen Aktivitäten, die man in solch einem Öko Urlaub in Brasilien genießen kann.

Anders reisen in den Küstenregionen Brasiliens

Selbst die beliebten und touristisch ausgebauten Küstenregionen mit bekannten Städten wie Recife, Olinda, Fortaleza oder Natal locken mit Naturreservaten wie Praia do Forte oder Chapada Diamantina. Diese sind jeweils im Umland von Salvador de Bahia gelegen, selbst UNESCO-Weltkulturerbe und als eines der kulturellen Zentren des Landes angesehen. So kann man sich beispielsweise in seinem Badeurlaub am Schutz von Meeresschildkröten beteiligen. Diejenigen die gerne noch aktiver und dennoch nachhaltig reisen wollen, können für eine längere Wanderreise Brasilien und seine Naturreservate als Reiseziel auswählen und so die atemberaubende Natur der Region hautnah erleben. Nebst umweltbewusster Unterbringung, zum Beispiel in einem Eco Resort, einem Biohotel oder einer Öko Ferienwohnung, steht auch hier wieder eine Förderung lokaler Unternehmen im Vordergrund, so dass für die Versorgung der Reisenden landwirtschaftliche Produkte der Region genutzt werden und die kleinen Veranstalter vor Ort Arbeitsplätze für die zum Teil wirtschaftlich schwachen Regionen generieren.