Südamerika ist mit 13 Ländern und einer Bevölkerungsdichte von 21,9 Einwohnern pro Quadratkilometer der viertgrößte Kontinent der Erde. Mit Küsten sowohl am Atlantik als auch am Pazifik lässt sich das Land in drei Regionen unterteilen: Die Anden und die westliche Küste mit Chile, Peru, Bolivien, Ecuador und Kolumbien, die Flussebenen östlich der Anden mit Brasilien, Surinam und Venezuela und schlussendlich die Länder die sowohl noch in den Anden als auch östlich davon liegen. Dazu gehören das wirtschaftliche starke Argentinien, Paraguay und Uruguay. Die Kultur ist auf dem ganzen Kontinent sowohl durch indigene Völker als auch durch die Kolonialisten aus Spanien und Portugal geprägt. Dies stellt unter touristischen Aspekten eine besondere Herausforderung dar, da eine nachhaltige Entwicklung auch kulturell forciert werden muss.
Die Bedeutung des Ökotourismus in Südamerika
Ein bedeutender Anziehungspunkt für den internationalen Tourismus sind in Südamerika die großen Städte wie Buenos Aires und Santiago de Chile im Süden oder Rio de Janeiro und Quito im Norden. Viele lokale und internationale Veranstalter bieten von diesen Städten aus Touren in nahegelegene Naturreservate an und bedienen so den Markt für Ökoreisen und Naturreisen in Südamerika. Auf Grund eines mangelnden Schienennetzes verfügt Südamerika über ein gut ausgebautes Netz an Überlandbussen, welche eine preiswerte und ökologisch verträgliche Alternative zum Flugverkehr darstellen. Darüber hinaus bieten solche Fahrten meist eine gute Gelegenheit mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu kommen, was auch Teil des Prinzips nachhaltiger Tourismus ist.
Nachhaltiger Urlaub in Südamerika
Südamerika ist insgesamt ein Vorbild des anders reisen, da hier nachhaltiger Tourismus und Ökotourismus besonders forciert werden. Die Angebotspalette erstreckt sich dabei über nachhaltige Aktivreisen wie Workcamps, Freiwilligenarbeit bzw. –aufenthalte und hochwertige Gruppenreisen bis zum Urlaub im Baumhaus im Regenwald. Jeder Form dieser Ökoreisen ist dabei gemein, dass die Natur als schützenswerter Lebensraum aufgefasst wird und das wirtschaftliche Potential vor allem ländlicher Regionen optimal genutzt werden soll. Viele Eco Resorts in Südamerika sind über internationale Reiseveranstalter buchbar und auch internationale Forschungseinrichtungen nutzen die Situation um humangeographische Forschungen anzustellen. Konkretere Beispiele für die Wichtigkeit des Prinzips nachhaltiger Tourismus sind neben Ecuador vor allem die Andenländer Chile und Bolivien. Besonders die für die Landwirtschaft schwer zugänglichen Regionen profitieren vom Reiseverkehrsaufkommen, da dieses stellenweise die einzige lukrative Einnahmequelle darstellt.
Chile hat mit dem Parque Nacional Torres del Paine einen der schönsten Nationalparks des Kontinents und bewahrt diese Schönheit mit einer Einschränkung der Besucherzahlen und einer klaren Strukturierung der Wanderwege. Da eine Versorgung der Herbergen im Park entlang der legendären Wanderwege „W“ und „Circuito“ relativ schwer ist, regulieren sich hier die Besucherzahlen zusätzlich. Der in Argentinien gelegene Teil des sogenannten Feuerlandes ist vergleichsweise besser erschlossen und bietet vielerorts organisierte Touren. Durch eine bewusste Auswahl des Urlaubsart und des Reiseveranstalters kann nachhaltiger Urlaub auch hier seine positive Wirkung entfalten und Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung schaffen. Eine Kooperation mit internationalen Veranstaltern mag stellenweise teurer sein, garantiert allerdings in den meisten Fällen auch eine leistungsgerechte Bezahlung der Angestellten.
Ein weiterer Meilenstein des Ökotourismus in Südamerika sind die Galapagos Inseln. Mit unzähligen endemischen Tierarten sind sie besonders für Naturreisen ein beliebtes Ziel. Das Preisniveau dient hierbei genau so als Regulator wie staatliche Auflagen für das Fremdenverkehrsaufkommen und die beschränkten logistischen Kapazitäten. Über Formen von Öko Camping, Ökohotels und verschiedene Eco Resorts wird gewährleistet, dass die Besucher nicht unnötig natürliche Gegebenheiten zerstören und die lokale Bevölkerung ebenso von den Besucherzahlen profitiert wie die Natur selbst.
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