USA

Wer an Länder mit ausgeprägtem Umweltbewusstsein, Müllvermeidung und Recycling denkt, wird wohl in erster Linie auf europäische Staaten kommen. Kaum jedoch auf die USA, gilt das Land doch als Paradies für Einweg- und Wegwerfverpackungen, Benzin fressende Großraumautos und ungezügelten Ölverbrauch. Doch die USA können auch anders: Besonders Kalifornien, der bevölkerungsreiche Sonnenstaat an der Pazifikküste ganz im Westen der Vereinigten Staaten, schickt sich an, Vorreiter in Sachen Umweltschutz und auch im Bereich Ökotourismus zu werden. Nirgendwo sonst in den USA gibt es schärfere Auflagen für den Klimaschutz.

Ökotourismus in den USA

Das Umdenken hat mittlerweile auch die Tourismusindustrie erreicht. Vorreiter ist Kaliforniens Metropole San Francisco. Hier haben eine ganze Reihe von Hotels und Restaurants bereits auf die neuen Zeiten reagiert und verfolgen einen “grünen“ Ansatz. Unterstützung erfahren die Hoteliers und Restaurantbesitzer dabei von ganz offizieller Seite. Nachhaltiger Tourismus soll in San Francisco in Zukunft groß geschrieben werden – die Stadt will internationales Reiseziel dafür werden. So wurden bereits eine Reihe von Hotels unter Gesichtspunkten der Umweltverträglichkeit renoviert oder neu errichtet. Zentrale Bedeutung hat dann das Einsparen von Energie und die Verwendung nachwachsender und ressourcenschonender Bausstoffe genauso wie im späteren Betrieb beispielsweise die Müllvermeidung. Doch auch hier gibt es Trittbrettfahrer. Einige Betriebe werben mit Öko-Versprechen ohne einen wirklich nachhaltigen Ansatz zu verfolgen. Das Leed-Zertifikat schafft hier aber Abhilfe. Auch zahlreiche Köche und Restaurantbesitzer betreiben ihr Geschäft in San Francisco mittlerweile mit dem Gedanken an Nachhaltigkeit.

Nachhaltig reisen und Öko Urlaub in Amerika

Wer die USA , oder speziell Kalifornien, als Reiseziel für den Öko Urlaub wählt, der braucht aber dennoch keine Angst vor muffigem Öko-Charme haben. Ein umweltfreundlicher USA-Urlaub kann in San Francisco sogar zum kulinarischen Erlebnis werden: Egal ob es sich um indische oder mediterrane Küche handelt, immer öfter wird Wert darauf gelegt, frische Produkte aus biologischem Anbau aus der unmittelbaren Region zu verwenden. Gerade die angesagten Restaurants sind stolz darauf, auf einen umweltfreundlichen Anbau ihrer verwendeten Produkte verweisen zu können. Und auch sonst in der Stadt stehen die Zeichen gut für den Ökotourismus im speziellen und eine ökologische Lebensweise und nachhaltige Entwicklung im Allgemeinen. Sogar die Mülltrennung nimmt hier bereits europäische Ausmaße an. Bereits jetzt werden fast dreiviertel des Mülls in der Stadt recycelt, schon bald sollen es 90 Prozent sein. Auch Solarzellen stellen nicht nur auf den Dächern der Öko Ferienhäuser, sondern auch auf Privathäusern, in Kalifornien keine Seltenheit mehr dar. Lohnt sich ihr Betrieb hier im Sonnenstaat doch auch viel eher als im wechselhaften Mitteleuropa. Umweltfreundliche Alternativen zum Auto sind ebenfalls keine Seltenheit im Großraumlimousinenland Amerika. Die Busse hier fahren mit Biodiesel oder haben bereits einen Hybridantrieb, dazu gibt es Angebote für Carsharing und die ausgewiesenen Fahrradwege konnten in kurzer Zeit verdoppelt werden. Dennoch macht die hügelige Geographie der Stadt das Fahrrad nicht zum bequemsten Fortbewegungsmittel. Busse und die berühmten Cable Cars, die seilgezogenen Straßenbahnen auf den steilen Boulevards, helfen hier aber aus.

Wer in den USA klassische Ziele bereisen möchte, dabei aber Wert auf das Prinzip nachhaltiger Tourismus legt, findet in San Francisco sehr gute Ansätze. Spezielle Reiseveranstalter für Ökoreisen haben darüber hinaus auch weitere Formen im Programm, die sanfter Tourismus annimmt. Urlaub auf einer Ranch im Sinne des Agritourismus, das Kennenlernen der indianischen Kultur bei einer Kulturreise oder eine Naturreise bzw. ein Aktivurlaub in den Rocky Mountains sind nur einige Beispiele.