Das südlich der USA gelegene Mexiko zählt faktisch zu Nordamerika, da es zu über 80% auf der Nordhälfte des Kontinentes liegt. Südliche Teile des Landes reichen allerdings bis Zentralamerika.
Von der Fläche her ist Mexiko sechsmal größer als Deutschland und hat fast 110 Millionen Einwohner. Die offizielle Amtssprache ist Spanisch, wenngleich in der Realität viele verschiedene indigene Sprache gesprochen werden. Mexikos Hauptstadt ist die gleichnamige Mexiko-Stadt.
Eco Tourismus in Mexiko
Mexiko ist ein beliebtes Reiseziel für Ökotouristen, da das Land eine große biologische Vielfalt zu bieten hat. Seiner enormen Biodiversität verdankt Mexiko die Bezeichnung als einer der 12 Biodiversitäts-Hotspots der Erde. Etwa 65% aller weltweiten Arten sind in Mexiko zu finden. Nur zwei Länder können eine noch höhere Artenvielfalt vorweisen: Brasilien und Kolumbien.
Wenig verwunderlich ist es demnach, dass Ökotourismus in Mexiko durchaus ein Begriff ist. Der Bundesstaat Chiapas kann zweifelsohne als das Zentrum der mexikanischen Biodiversität bezeichnet werden. Hier findet man auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche eine so unglaublich große Artenvielfalt, dass es Freunden von Ökoreisen fast den Atem verschlägt.
Die Bedeutung des Prinzips nachhaltiger Tourismus
Veranstalter für Reisen in Mexiko propagieren seit Jahren das nachhaltig Reisen, um so die Artenvielfalt des Landes zu schützen und die Schönheit Mexikos zu wahren. Eco Tourismus ist ein großes Thema, das auch von der Regierung aufgegriffen wird. Nachhaltiger Tourismus ist in Mexiko ein offizielles Staatsanliegen, dass auf drei Säulen fußt – der Ökotourismus, welcher in Mexiko als „eco turismo“ bezeichnet wird, ist eine davon. Abenteuerurlaub, Naturreisen, Wanderreisen oder Öko Camping spielen eine immer größere Rolle im mexikanischen Tourismus. Ebenso wird der Landtourimus, auch Agritourismus genannt, unterstützt. Dabei wird Reisenden die Möglichkeit geboten, mit der indigenen Bevölkerung in Kontakt zu treten und das Landleben in Mexiko ganz unmittelbar und selbst zu erfahren.
Folgen des Ökotourismus in Mexiko
Kritiker bemängeln allerdings zusehends, dass Regionen Mexikos, und hier vor allem der bereits erwähnte Bundesstaat Chiapas, zugunsten des Eco Tourismus und wirtschaftlicher Interessen ausnutzt werden. Große Konzerne wollen mit der Biodiversität der Region Geschäfte machen und wittern angesichts der Artenvielfalt Profit. Eine negative Folge war zum Beispiel, dass Dorfbewohner aus Chiapas vertrieben wurden, damit Touristen dort anschließend nachhaltig reisen konnten. Indigene Bevölkerungsgruppen werden aus dem Bundestaat, und teilweise aus ganz Mexiko, vertrieben um Öko Urlaub für Touristen zu ermöglichen – eine äußerst paradoxe und fragwürdige Vorgehensweise, ist das eigentliche und auch offiziell vom Staat vertretene Ziel des Ökotourismus doch das Reisen in Einklang mit Natur und Menschen vor Ort.
Reisende, die anders reisen möchten und für die sanfter Tourismus kein Fremdwort ist, sollten daher bei Ökoreisen in Mexiko aufmerksam sein. Es empfiehlt sich sowohl im Rahmen der Reiseplanung als auch vor Ort genau zu prüfen, ob die ins Auge gefassten Eco Resorts, Biohotels oder Öko Ferienhäuser auch wirklich nachhaltig sind und keine rücksichtslosen Großprojekte, zu deren Erbauung die einheimische Bevölkerung vertrieben werden musste. Wenn darauf geachtet wird, dann kann Mexiko als lohnenswertes Reiseziel erkundet werden, auch und besonders für diejenigen, bei denen nachhaltiger Urlaub im Vordergrund steht.
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