Beim Weltgipfel zum Internationalen Jahr des Ökotourismus 2002 wurden dem doch recht erstaunt wirkenden Publikum Griechenland und die Türkei als Musterbeispiele für gelungenen Ökotourismus vorgestellt. In der Öffentlichkeit wurde dies im Nachhinein oft als “green-washing“ kritisiert. Griechenland ist ohne Zweifel ein massentouristisches Reiseziel und zieht jährlich Millionen von Urlaubern an. Wie lässt sich das mit Öko Urlaub und Naturreisen in Einklang bringen?

Ökoreisen in Griechenland

Zuerst einmal ist die Beliebtheit Griechenlands als Reiseziel gut nachvollziehbar: Griechenland ist landschaftlich schön und kulturell spannend. Das Klima ist mediterran, die Strände und Inseln wie Rhodos, Kreta, Kos und Santorini sind einladend, die Bewohner herzlich und die Küche lecker. Zudem ist es für Europäer einfach schnell und praktisch zu erreichen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 94% der Urlauber aus Europa kommen. Doch mit dem Massentourismus gehen auch Probleme einher. Die mediterranen Ökosysteme werden zum Teil stark strapaziert und Einnahmen durch den Tourismus verbleiben oft zu einem großen Teil bei den Reiseveranstaltern. Für lange Zeit war Massentourismus die einzige in Griechenland übliche Reiseart, während Konkurrenzländer schon längst auf den Zug des Eco Tourismus aufgesprungen waren. Erst mit einiger Verzögerung geriet sanfter Tourismus auch in den Blickpunkt der Griechen. Mit Hilfe von EU-Geldern wurden verschiedene Alternativen zum Massentourismus ins Leben gerufen, u.a. Kulturtourismus, Agrotourismus, Abenteuertourismus, Sporttourismus und eben auch Ökotourismus.

Ökotourismus und nachhaltiger Urlaub in Griechenland

Tatsächlich gibt es Ziele fernab des Massentourismus, die durch Ihre einzigartige Natur und relative Unberührtheit bestechen. Hier verbirgt sich durchaus ökotouristisches Potential. Griechenland bietet mir seiner natürlichen Ausstattung beste Vorraussetzungen für den Eco Tourismus. Es fehlt jedoch oft an aktiver Unterstützung. Ein Grund hierfür ist, dass Planungsprozesse im Tourismusbereich immer noch zentral gesteuert werden, obwohl es in Griechenland sowohl regionale als auch lokale Regierungen gibt. Die dadurch fehlende Selbstbestimmtheit der Regionen führt dazu, dass Projekte im Bereich Ökotourismus stark erschwert oder sogar im Keim erstickt werden. Erschwerend hinzu kommt die schwankende und oft nicht ausreichende finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite. Zwar wird nachhaltiger Tourismus auf staatlichen Webseiten und auf Events wie dem Weltgipfel zum Internationalen Jahr des Ökotourismus recht clever vermarktet, vor Ort ist jedoch teilweise wenig davon zu spüren.

Daher ist es für Urlauber, die als Reiseziel für Ökoreisen Griechenland auswählen, besonders wichtig sich bei der Wahl des Reiseziels genau zu informieren. Wer etwas sucht, findet aber auch in hier entsprechende Angebote, wie zum Beispiel die Möglichkeit einen reizvollen Öko Urlaub auf Santorini oder anderen griechischen Inseln zu verbringen. Das griechische Ministerium für Tourismus erklärte vor einigen Jahren sechs Regionen als besonders gut für den Ökotourismus geeignet. Eine interaktive Karte zeigt Touristen die lohnenswertesten Naturschätze und empfiehlt bestimmte ökologische und nachhaltige Reiserouten. Internetseiten geben vermehrt Tipps zum nachhaltig Reisen und zum richtigen Umgang mit einheimischen Bräuchen und Lebensweisen. Anbieter von Ökoreisen in Griechenland sind ebenfalls in vielen Formen vertreten. So können beispielsweise Radreisen in Griechenland gebucht werden, genau wie speziell auf das Prinzip verantwortlicher und sanfter Tourismus abgestimmte Reiseprogramme. Zudem gibt es vermehrt Websites, die Öko Urlaub propagieren und Eco Resorts oder Ökohotels in Griechenland bewerben.