Wer klimabewusst reisen will, der kann eine Reise von Hamburg nach New York natürlich mit dem Schiff machen. Doch für die meisten Menschen wird diese Option nicht zur Verfügung stehen – allein schon aus zeitlichen Gründen. Die Alternative heißt Fliegen oder eben doch zu Hause bleiben. Selbst Klimakonferenzen sind mit ihren 10.000 Teilnehmern wahre Klimakiller, wenn man sich die CO2-Emissionen anschaut, die allein durch die Flüge zur Konferenz entstehen.

Bestimmte Flüge lassen sich eben nicht vermeiden, genauso wenig wie damit einhergehenden Emissionen. Doch der Erde ist es egal, an welchem Ort CO2 ausgestoßen wird bzw. wo es eingespart wurde. Hier setzt der Grundgedanke der Klimakompensation oder CO2-Kompensation an. So sollen Emissionen, die sich an einer Stelle nicht vermeiden ließen, an anderer Stelle vermieden, eben kompensiert, werden. Auf diese Weise lässt sich in der Summe der Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren. Um dies zu erreichen werden besonders in Entwicklungsländern, aber auch in Europa, alte fossile Energiequellen durch neue regenerative Anlagen ersetzt. In anderen Projekten wird im großen Umfang Wald aufgeforstet, der langfristig große Mengen CO2 binden soll.

CO2-Emissionen von Flugreisen kompensieren

Um es Einzelpersonen und Unternehmen zu ermöglichen, ihren eigenen CO2-Emissionen zu kompensieren, ist ein Markt für Zertifikate entstanden, auf welchem, je nach ausgestoßener CO2-Menge, entsprechende Zertifikate gekauft werden können. Das Geld fließt anschließend in Projekte, die Nachhaltigkeit und Klimaschutz fördern. Gerade in neuester Zeit sind viele neue Unternehmen auf dem Markt gekommen, die diese Art von “Deal” anbieten. Atmosfair, FlyGreen oder myclimate sind Beispiele für Anbieter, bei denen Reisende mittels eines Online-Rechners die auf einem Flug erzeugte Menge an CO2 durch Zahlung von Geldspenden kompensieren können. Wer sich ganz allgemein dafür interessiert, wie viel CO2 durch einen Flug, die Fahrt mit dem Auto oder Wohn- und Ernährungsgewohnheiten ausgestoßen wird, der kann dies hier in der Rubrik CO2-Rechner nachprüfen. So werden auch Flugreisen ein Stück klimafreundlicher und nachhaltiger und der lange Flug zum Urlaub im Baumhaus in Asien oder Südamerika, oder zur Freiwilligenarbeit und Entwicklungshilfe in Afrika, ist eher vertretbar.

Flugreisen und nachhaltiger Urlaub

Dennoch kann das System der CO2-Kompensation nur funktionieren, wenn im Gegenzug alle theoretisch vermeidbaren Emissionen auch tatsächlich vermieden werden. Für möglichst ökologische Reisen bedeutet dies, dass schon bei der Anreise und Abreise auf geringe Entfernungen geachtet wird. Bei Flugreisen sollte Wert auf kurze Entfernungen zum Flughafen gelegt werden. Im Idealfall findet die Anreise dorthin, oder sogar gleich zum Urlaubsort, mit Bus und Bahn statt. Wer nachhaltig Reisen möchte, sollte auch vor Ort das Land mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden oder das Rad zu nutzen. Bei der Wahl der Unterkunft bietet es sich an, auf ökologische Auszeichnungen zu achten. Betriebe, die in Küche und Restaurant Produkte aus der Region ohne lange Transportwege nutzen, sind solchen vorzuziehen, die beliebige internationale Produkte anbieten. Eine weitere Möglichkeit ist die Unterbringung in einem Öko Ferienhaus oder einer Öko Ferienwohnung. Dort kann man sich dann auch mit frischen Produkten aus der Region selbst verpflegen. Für diejenigen Urlauber, die bei der Unterbringung mehr Komfort wünschen, gibt es Ökohotels oder Eco Resorts, in denen man sich rundum verwöhnen lassen kann ohne dabei gegen die Prinzipien des Ökotourismus zu verstoßen. So lässt sich sicherstellen, dass der eigene Urlaub auch wirklich ein Öko Urlaub bleibt und dass das Prinzip “anders reisen” nicht nach der umweltschonenden Anreise schon wieder in Vergessenheit gerät.