Mehr Nachhaltigkeit im Urlaub – sowohl die Tourismusindustrie, die Forschung und auch die Politik setzen sich für Projekte ein, die Urlaubsreisen mit dem Prinzip „nachhaltiger Tourismus“ in Einklang bringen können. Einige davon sollen im Folgenden vorgestellt werden. Sie sollen als Denkanstöße und Informationsmaterial dienen und verdeutlichen, dass nachhaltiger Urlaub und Ökotourismus an vielen Punkten ansetzen kann und nicht so kompliziert zu realisieren ist, wie manch einer vielleicht denken mag.

So engagiert sich zum Beispiel der WWF, der World Wide Fund For Nature – eine der größten internationalen Naturschutzorganisationen der Welt – stark für das Leitbild sanfter Tourismus bzw. nachhaltiger Tourismus. Mit seiner Studie zum touristischen Klima-Fußabdruck hat der WWF untersucht, wie hoch der CO2-Ausstoß bei typischen Arten von Urlaubsreisen ist. Erschreckend dabei: würde der Rest der Welt das gleiche Reiseverhalten wie die Deutschen an den Tag legen, würden sich die klimaschädlichen Emissionen durch das Reisen glatt vervierfachen. So verursacht ein typischer zweiwöchiger Urlaub auf der Baleareninsel Mallorca rund eine Tonne CO2-Ausstoß. Über 90% davon entfallen allein auf die Flugreise. Welche Reisearten dagegen ökologisch vernünftig sind und was bei der Unterkunftswahl zu berücksichtigen ist, verdeutlicht die Studie ebenfalls.

Ein weiteres Projekt, das im Bereich Ökotourismus Erwähnung finden sollte, stammt direkt aus der Forschung der Flugindustrie. Mit neuen Landeverfahren sollen Emissionen in Form von Lärm und Treibhausgasen merklich reduziert werden – neue Technologien machen es möglich. Statt althergebrachter Instrumentenlandesysteme sollen Flugzeuge in Zukunft GPS- und computergesteuert den Weg zur Landebahn finden. Kürzere Anflüge und Rücksichtnahme auf besiedelte Gebiete werden dadurch möglich. Die Kombination mit einer Landung im Segelflug macht das Ganze zum „grünen Anflug“.

Doch auch mit diesen neuen Technologien werden Flugreisen weiter einen Großteil zum Treibhausgasausstoß auf der Erde beitragen. Hier setzen Aktionen zur CO2-Kompensation an. Wo sich Emissionen nicht gänzlich vermeiden lassen, sollen sie zumindest kompensiert werden. Das kann auch in anderen Erdteilen sein, denn unserem Planeten ist es egal, wo Treibhausgase ausgestoßen werden. Zertifikate sind dabei ein Weg, Projekte zur CO2-Minderung zu finanzieren und tragen zum anders reisen bei. Wer sich dafür interessiert, wie viel CO2 beim Flug in den eigenen Urlaub, der Fahrt mit dem Auto oder auch Ernährungsgewohnheiten und durch Heizung und Stromverbrauch entstehen, der kann dies mit den CO2-Rechnern auf unseren Seiten überprüfen.

Wer nach der Anreise auch am Urlaubsort Wert auf Nachhaltigkeit legen möchte, sollte auf die Umweltverträglichkeit seiner Unterkunft achten. Vielfach werben Hotels mit einzelnen vermeintlich umweltfreundlichen Projekten. Doch ob tatsächlich eine nachhaltige Strategie dahinter steckt, ist für den Laien kaum erkennbar. Daher setzen nun auch die großen Urlaubsanbieter auf eine selektivere Kennzeichnung. Das Projekt „Eco Resort“ wird stellvertretend vorgestellt.

Ein nicht zu unterschätzender Markt des Tourismus sind Klassenfahrten. Um auch hier ökologische Ansätze unterzubringen und Schülern bereits in jungen Jahren für die Rolle, die nachhaltiger Urlaub jetzt bereits spielt und auch in Zukunft noch vermehrt spielen wird, zu sensibilisieren, ist das Projekt „nachhaltige Klassenfahrten“ ins Leben gerufen werden. Daher sind solche Klassenfahrten auch immer sehr aktiv und wie eine Abenteuerreise konzipiert. So sollen die Kinder und Jugendlichen zum Mitmachen, Erleben und Verstehen angeregt werden. Vor allem angesichts der Tatsache, dass der Trend doch gerade bei Schulfahrten immer mehr zum sogenannten Billigfliegen geht, und dabei das Kostenargument wohl die größte Rolle spielt, ist die Vermittlung der Bedeutung des Prinzips der Nachhaltigkeit von unverzichtbarem Wert. Um neben den ökonomischen eben auch ökologische Aspekte ins Zentrum der Klassenfahrtplanung zu bringen, wurde das Projekt „nachhaltige Klassenfahrten“ von den Vereinten Nationen auf den Weg gebracht.