Gerade für junge Menschen sind andere Kontinente vor allem deshalb unendlich weit entfernt, weil sie es sich nicht leisten können, sie zu bereisen – schon gar nicht auf dem Weg des Ökotourismus, der leider immer auch etwas teurer ist als eine Pauschalreise. Eine kostengünstige, aber auch vollkommen andere, extrem spannende, gleichermaßen aber auch herausfordernde Weise fremde Länder kennenzulernen, ist die Freiwilligenarbeit. Gerade in den ganz armen Regionen dieser Welt wird jede Hand gebraucht und in der Freiwilligenarbeit wurde eine perfekte Methode gefunden, mit der wissensdurstige junge Menschen die Welt erkunden und kennenlernen und gleichzeitig einen Teil zurück geben können. Dem Gedanken der “social responsibility“, der sozialen Verantwortung, folgend werden, ähnlich dem Prinzip der Entwicklungshilfe,  junge Menschen in verschieden Gebiete der Welt vermittelt, wo sie – je nach Interessen und Fähigkeiten – dort helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Das kann im sozialen aber auch im Tourismus-Bereich sein, genau so gut ist Freiwilligenarbeit aber auch Bereich Bildung oder Kultur sowie im Umwelt- oder Tierschutz möglich.

Freiwilligenarbeit als Teil des Prinzips nachhaltiger Tourismus

Neben der Arbeit, bei der die freiwilligen Helfer mit den Einheimischen auf eine Weise in Kontakt kommen, die bei einem normalen Urlaub niemals möglich wäre, bleibt jede Menge Zeit, um sich mit der fremden Gegend vertraut zu machen und unvergessliche Eindrücke zu sammeln. Wer sich dafür entscheidet, Freiwilligenarbeit im Bereich Umweltschutz in Afrika oder Asien zu leisten, wird einen ganz anderen Blick für diese Gebiete bekommen und die Bedeutung des Prinzips sanfter Tourismus automatisch verinnerlichen. Auch für die persönliche Entwicklung eines jungen Menschen kann eine solche Erfahrung nur Gutes tun. Gerade unter diesem Gesichtspunkten und wegen ihrer gemeinsamen Leitgedanken lassen sich Freiwilligenarbeit und nachhaltiger Tourismus wunderbar miteinander vereinbaren.

Nachhaltiger Tourismus bedeutet Verantwortung übernehmen

Worüber sich Reisende und Interessenten allerdings im Klaren sein sollten, ist, dass Freiwilligenarbeit mit einem klassischen Öko Urlaub nicht viel gemein hat. Wer als Freiwilliger in ein zumeist armes Land reist, wird den Blick des Touristen schnell verlieren und auch nicht als solcher behandelt werden. Eine gehörige Portion Flexibilität, die Bereitschaft zur Anpassung an die gegebenen Umstände und viel Toleranz für anderer Länder Sitten sind für ein solches Unterfangen absolute Voraussetzung. Schnell werden die weniger schönen Seiten des Landes, vor denen man als Tourist leicht die Augen verschließen kann, deutlich werden. Im Gegenzug dazu werden die Helfer von den Einheimischen aber auch mit einer Wärme und Freundlichkeit aufgenommen, für die ein Tourist eine ganze Menge Schokolade verteilen müsste. Freiwilligenarbeit bedeutet eine reale und unmittelbare Erfahrung der jeweiligen Kultur. Gerade dieser Aspekt kommt in einem normalen Urlaub nicht erlebt werden, ist aber auch ein bedeutender Teil dessen, was nachhaltiger Urlaub als Ziel hat.